„Kristalline Diamantschichten“, ein Vortrag aus der Werkstoffkunde von Dr. Stefan Rosiwal an der Beruflichen Oberschule Bamberg

Am 15. Februar 2016 informierte Dr. Stefan Rosiwal von der Universität Erlangen, Fakultät für Werkstoffkunde, über ein Forschungsgebiet des Lehrstuhls, die Herstellung und Verwendung kristalliner Diamantstrukturen. Die 12. und 13. Klassen der Ausbildungsrichtung Technik erhielten einen spannenden Einblick in den aktuellen Stand der Forschung.

Zunächst gab Herr Rosiwal einen kurzen Überblick über die Studienangebote der Universität Erlangen und darüber, in welchen zahlreichen Gebieten Werkstoffkundler gefragt sind, zum Beispiel beim Entwickeln neuer Materialien für die Turbinenschaufeln des A380.

Die Diamanten für die Forschungen des Lehrstuhls werden an der Universität Erlangen selbst hergestellt. Wie das funktioniert und wie eine solche Anlage aussieht, wurde anschaulich geschildert. Die Schüler konnten dann eindrucksvoll spüren, wie extrem hoch die Wärmeleitfähigkeit von Diamant ist, als sie mit einer Diamantfolie und der Körperwärme ihrer Finger Eis ganz einfach durchschneiden konnten.

Technisch angewendet wird die Diamantbeschichtung mit großem Erfolg beim Verschleißschutz für Gleitringe bei Pumpen und bei der Herstellung stabiler Diamantelektroden für die Elektrochemie, um damit hocheffiziente Wasserreinigungssysteme zu betreiben.

Zwei Drittel der in den Treibstoffen chemisch gebundenen Energie geht bei unseren klassischen Verbrennungsmotoren in Form von Wärme verloren. Um diese Wärme in Strom zu verwandeln und damit nutzbar zu machen, werden thermoelektrische Generatoren entwickelt. Am Lehrstuhl für Werkstoffkunde in Erlangen wird aktuell daran geforscht, solche thermoelektrischen Generatoren auf Diamantbasis zu entwickeln. Somit wurde der welterste thermoelektrische Generator auf Diamantbasis den Schülern vorgestellt und sie konnten ein Modellauto mit diesem Antrieb durch das Klassenzimmer manövrieren.

Vielen Dank an Herrn Rosiwal für diesen kurzweiligen und äußerst informativen Vortrag.

Carmen Pilsl