„Penthesilea“ von Heinrich von Kleist – Theaterbesuch der 12. und 13. Klassen am Bamberger Theater

Am 13. Januar besuchten alle 12. und 13. Klassen der Beruflichen Oberschule Bamberg im E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg das Stück „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist.

Zu Beginn wird der Zuschauer von einem starken Bühnenbild und ergreifender Musik gefangen genommen. Doch ist die Handlung selbst anfangs nicht so leicht zugänglich, da lange Monologe, welche das Geschehen fast ausschließlich in Teichoskopien wiedergeben, die Bühne bestimmen. Aber mit der Zeit nimmt einen das dramatische Geschehen immer mehr gefangen:

Das Schlachtfeld vor Troja: Die Griechen belagern die Stadt. Als das Amazonenheer heranzieht, hoffen die Troer auf Unterstützung – und werden geradewegs überrannt. Doch ebenso kampfeslustig fallen die Amazonen über die Griechen her. Was wollen diese Frauen? Die Herkunft der Krieger, die sie als Gefangene in ihre Heimat zum „Rosenfest“ entführen, ist ihnen gleich. Nach ihrem Gesetz müssen die Amazonen den Gatten im Kampf erobern – wahllos.

Penthesilea, die Königin, verstößt gegen dieses Gesetz: Sie liebt Achill. Achill liebt Penthesilea. Nach langen, rasenden Kämpfen besiegt Achill Penthesilea, täuscht aber der aus der Ohnmacht Erwachenden vor, ihr Gefangener zu sein – Penthesilea ist trunken vor Freude. Doch die Unmöglichkeit ihrer Liebe wird ihr bewusst, als das griechische Heer naht und sie sich selbst als Gefangene erkennt. Achill fordert Penthesilea erneut aufs Schlachtfeld: In einem Scheinkampf will er sich erobern lassen. Aber Penthesilea zieht entfesselt, rasenden Sinnes gegen den Geliebten ins Feld und tötet ihn im Blutrausch. Zu spät erwacht sie aus diesem wahnsinnigen Handeln und wird sich ihrer Tat bewusst. Völlig verzweifelt will sie letztlich den Gesetzen der Amazonen für immer entsagen und sich, indem sie sich selbst tötet, wieder mit Achill vereinen.

Schüler und Lehrer wirken am Ende von dem dramatischen Schluss fast benommen, nur langsam und fast verhalten folgt schließlich der verdiente Applaus. Die rasende Tat und das Bewusstsein, dass die Sinnlosigkeit erstarrter und nicht mehr hinterfragter Regeln zu so viel Leid führen kann, lassen den Zuschauer betroffen zurück.

Kerstin Maier

Fotos: Thomas Bachmann