Betriebserkundung Firma Kramp der Klasse W11c

Es ist so einfach, der Slogan für die Ersatzteilwelt.

Es ist so einfach, komm und werde ein Teil von uns - es wird alles gut werden.

Es ist so einfach, wie simpel diese wenigen Wörter sein können.

Es ist so einfach, was auch immer du willst und brauchst - Du wirst schon sehen.

Mit diesen Zeilen beschreibt Georg Frankenmölle, Business Manager OE bei der Firma Kramp im Jahr 2011 mit seinem für die Firma gedichteten Song das Klima und die Absichten des Konzerns. Heute sind wir, die Klasse W11c, zu Gast bei der deutschen Niederlassung in Strullendorf der niederländischen Firma. Von den Anfängen mit Hoftorgeschäften des Gründers Johan Kramp ist bei unserer Ankunft auf dem Werksgelände nichts mehr zu sehen. Imposante Gebäude ragen direkt neben der Autobahn in den Himmel. Große Logistik- und verglaste Besucherzentren sind umringt von noblen Audi Modellen. Wir werden freundlich herein gebeten und in einen der vielen neu geschaffenen Tagungsräume geführt.

Eine Psychologie-Studentin führt uns in die Unternehmensgeschichte ein und berichtet von ihrer Zeit als Werksstudentin bei der Firma. Laut ihrer Präsentation hat Kramp über 850.000 Produkte im Sortiment, die sich aber bis zum Jahresende 2017 auf eine Million gesteigert haben sollen. Neben vielen weiteren Zahlen, Daten und Fakten bekommen wir eine kurze Einführung in die Unternehmensphilosophie. Man nennt sie den „Kramp Way“ und sie richtet sich stets nach dem Leitsatz aus dem Song von Frankenmölle „It’s that easy“. Tatsächlich hat die Firma ein sehr interessantes Konzept. Man ist grundsätzlich mit jedem Mitarbeiter per Du, wie man das früher nur aus großen Medienunternehmen kannte. Dadurch ist es möglich, Hierarchien unter den Angestellten abzuschaffen und sehr kurze Entscheidungswege zu pflegen. Während der Präsentation wird uns noch ein weiterer Werkstudent vorgestellt, der nur Gutes über seinen Arbeitgeber berichtet. Kritische Zungen mögen meinen, dass das alles zum Marketing gehört. Doch bemerkt man in diesem Fall eine ungewöhnliche ehrliche Zufriedenheit der Referenten mit ihrem Arbeitgeber. Der „Kramp Way“ scheint aufzugehen.

Einige Erfahrungsberichte und Power-Point-Folien später gesellen sich zwei Lagerarbeiter zu uns in den Tagungsraum. Sie verteilen grüne Warnwesten an alle und bitten uns ins Herz der Firma: das Hochregallager. Kramp ist ein Großhandel für jegliche Produkte aus der Landwirtschaft. Angefangen bei einfachen Schrauben, reicht das Sortiment bis hin zu großen Landmaschinen. Aber auch Tretbulldogs und sogar kleine Spielzeug-Einhörner sind im Lager zu finden. Die Mitarbeiter führen uns weiter durch eine kleine Tür in einen engen Gang, der von einem langen Laufband geteilt wird. Auf zwei Etagen fahren Kisten im Eiltempo vorbei. Etwas weiter hinten im Gang wird die Bahn plötzlich dreispurig. Es handelt sich um so genannte Bahnhöfe. Wie bei der Deutschen Bahn fahren hier die Kisten mit geplanter Ankunftszeit ein, werden von einem der zahlreichen umherwimmelnden Lageristen der Firma gefüllt und fahren nach dessen Freigabe ab zum Versand. Der einzige Unterschied zur Deutschen Bahn ist die haargenaue Pünktlichkeit der kleinen roten Kisten.

„Ich fühle mich wie in der Roboterfabrik bei Starwars!“, stellt Philipp Berthold begeistert fest, als wir unter dem „Containerhafen“ des Lagers ankommen. An der Decke über uns befinden sich unzählige nebeneinander gereihte Laufbänder, die als Puffer für leere Versandboxen dienen. Die Mitarbeiter, die in dieser außerirdischen Atmosphäre alles am Laufen halten, arbeiten in Schichten von vier bis zwölf Uhr und ab zwölf Uhr, bis alles verschickt wurde. An einem normalen Arbeitstag, so wird uns berichtet, läuft man bis zu acht Kilometer. Also für alle, die eine Smartwatch oder ein Fitnessarmband besitzen: Eure Fitnessziele würdet ihr hier täglich locker erreichen und auch noch Geld verdienen!

Kramp bildet übrigens in den Bereichen Lagerlogistik, Informatik und Ein- bzw. Verkauf aus. Einsteigen könnt ihr mit einem qualifizierten Hauptschulabschluss, der mittleren Reife oder bei dualen Studiengängen mit dem Fachabitur sowie dem Abitur.

 Bei Kramp ist alles kein Hexenwerk, wiederholen die Mitarbeiter immer wieder. Und genau diesen Eindruck macht das Unternehmen auch auf uns. Auf meiner Liste für mögliche zukünftige Arbeitgeber ist es auf jeden Fall notiert.