Mit Kerzen gegen die staatliche Überwachung

Datensammeln war noch nie so leicht wie heute, aber zur Machtsicherung betrieb schon früher mancher Staat enormen Aufwand. Dies erfuhren die insgesamt 80 Schüler und fünf Lehrkräfte der Klassen W12a, W12c, W12dL und T12cL auf ihrer Tagesfahrt nach Leipzig am 16.12.2013. Im Stasi-Museum, dem Ort der ehemaligen Stasi-Zentrale, erfuhren wir Details zu den perfiden Methoden der staatlichen Überwachung. Die Parallelen zur aktuellen Datensammlung in westlichen Staaten stimmten nachdenklich. Den schöneren Teil der DDR-Vergangenheit erlebten wir mit einem Besuch in der Nikolai-Kirche, von wo aus die Protestbewegung der Wendezeit ihren Anfang nahm. Ein Mitorganisator der Friedensgebete berichtete über die Stimmung während der Demonstrationen und dem unbedingten Willen, den Protest friedlich zu halten: „Denen, die mit einer Bierflasche kamen, haben wir eine Kerze in die Hand gedrückt. Sie hatten keine Hand frei für Krawall.“ Auch die bewaffneten Mitarbeiter in der Stasi-Zentrale bekannten später: „Wir haben mit allem gerechnet, nur nicht mit Kerzen“.